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Die Geschichte der DLRG

Ein sommerwarmer Sonntag des Jahres 1912 neigte sich dem Ende zu, auf dem Seesteg von Binz auf Rügen warteten viele Ausflügler, Badegäste und Schaulustige auf die Abfahrt des Bäderdampfers "Kronprinz Wilhelm". Plötzlich ein Krachen, ein Bersten, dann gellende Schreie; die Anlegestelle am Brückenkopf stürzte trichterförmig in sich zusammen, Kinder, Frauen und Männer mit sich reißend. Die Menschen starrten hilflos und tatenlos auf die verzweifelt mit dem Ertrinkungstode Kämpfenden. Der 28. Juli 1912 forderte 17 Menschenleben - und es ging ein "Schrei des Entsetzens" durch das ganze Land, die Zeitungen schrieben über diesen dramatischen Ausgang des Julisonntags 1912.

Aus dem Unglück wuchs die humane Idee: Schwimmen lernen, Retten lernen!

Im Frühsommer des folgenden Jahres, am 05. Juni 1913, erschien der erste Appell namhafter Persönlichkeiten aus Sport, Erziehung, Wirtschaft, Industrie und den Heeresverbänden mit der Überschrift: "5.000 Menschen ertrinken jährlich in Deutschland!" In dem Aufruf hieß es weiter: "... Den Beherzten überläuft ein Schauder, und jeder, der nur ein wenig Interesse an dem Wohl der Allgemeinheit hat, sinnt sogleich auf Abhilfe. Sie wurde auch oft versucht, doch nie in durchgreifender Weise. "Schwimmen lernen, Retten lernen" hat das Lösungswort aller derer zu sein, die ernst an die Lösung unserer Frage herantreten wollen. Durchschnittsschwimmer gibt es viele, ihre Zahl unter den jährlichen Opfern ist nicht unbedeutend; wir wollen eine planvolle Ausbildung aller, auch der Frauen. Jenes weltbekannte Beispiel der Londoner Life-Saving-Society soll auch bei uns Nachahmung finden. Unsere Lebens-Rettungs-Gesellschaft soll eine solche Vereinigung werden...".

Diese mahnende Aufforderung verklang nicht ungehört. Aus den Reihen des Deutschen Schwimmverbandes kamen die ersten Aktiven; die Deutsche Turnerschaft griff ebenfalls den Gedanken auf.

Am 19. Oktober 1913 fand die Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Leipzig statt.

Das Sinnbild - ein mit gelüfteten Schwingen verharrender Adler auf erdigem Strandhügel - umschreibt treffsicher die Wachsamkeit für alle, die sich dem Wasser anvertrauen.

Der Schwimm- und Rettungsgedanke breitete sich aus und wurde in festen Organisationsformen und technischen Einrichtungen realisiert. Dann brach der 1. Weltkrieg aus. Zwangsläufig geriet die Tätigkeit der jungen Gesellschaft ins Stocken, lebendig blieb die Idee des Rettungshilfswerkes: was vor dem Krieg recht und gut war, ist es auch nachher. Diese Maxime forderte die Idealisten der DLRG heraus; und bereits 1919 begannen in vielen Orten des Reiches Männer und Frauen mit der Fortsetzung des begonnenen Wasserhilfswerkes. Im Mai 1922 fand der erste Kongress des Schwimm-Rettungswesens in Bonn statt.

In der fortschreitenden Inflation zerbröckelte nach und nach die finanzielle, sowie materielle Grundlage der DLRG; jegliche private Initiative erlahmte angesichts des Wirtschaftsruins. Der uneigennützigen Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Schwimmverband und der Deutschen Turnerschaft, die in ihrem Schwimmabteilungen äußerst rührige DLRG'ler hatten, ist es zu verdanken, dass die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft am 10. Januar 1925 in Berlin ihre "Wiedergeburt" erlebte.

Von nun an ging es voran; Schwimmen und Rettungsschwimmen wurden "Brauchgut", die Rettungseinrichtungen an Flüssen, Seen und an den langen deutschen Küsten bildeten in der Zunahme der Dichte ein Wasserrettungsdienstnetz, und 28 Landesverbände sorgten für gesicherte Arbeit an der Basis.

Der 2. Weltkrieg begann - der chaotische Zusammenbruch 1945 war vollständig. Die Stunde x kam und die DLRG im "Zeichen des spähenden Adlers" rührte sich von neuem. Der Weg von 1945 bis heute stellt die Beständigkeit der DLRG-Zielsetzung, von ihren Gründern 1913 verkündet, unter Beweis. Die Aktivitäten tragen den fortentwickelten wissenschaftlichen, technologischen Erkenntnissen auf dem schwimmrettungstechnischen Sektor einerseits und andererseits den erzieherischen, sowie gesellschaftspolitischen Anforderungen unserer Zeit Rechnung.

1949 ertranken im Bundesgebiet noch 2.000 heute "nur" noch ca. 500 Menschen. Allein von 1950 bis 1985 retteten Helfer der DLRG mehr als 50.000 Menschen vor dem Ertrinkungstod, also so viele Menschen wie eine mittlere Stadt Bewohner hat!

(Entnommen aus "Wasserrettung - Üben und Anwenden", Seite 71, überarbeitet von Reiner Keller.)

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